Prof. Dr. Wolfgang Schweiger

TU Ilmenau

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DFG-Projekt Agenda-Learning

Ein Experiment zum individuellen Agenda-Setting durch Onlinenachrichten

Status

Das DFG-Projekt wurde  im Juni 2008 bewilligt (SCHW1172/3-1). Es hat eine Laufzeit von 2,5 Jahren und umfasst eine wiss. Mitarbeiterstelle (50%) sowie ein Budget von ca. 20.000 €. Projektbeginn: Oktober 2008.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Kristin Bulkow, M.A. (Kurzprofil)

Aktuelles

Aktuelle Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Inhalt

Das Projekt untersucht mittelfristige, individuelle Agenda-Setting-Prozesse, also die kumulative Herausbildung persönlicher Salienzen von Themenkontakt zu Themenkontakt (sog. Agenda-Learning). Die Teilnehmer besuchen zwei Wochen lang täglich eine eigens erstellte Nachrichten-Website. Diese umfasst (a) eine tagesaktuelle Auswahl realer Nachrichtenbeiträge und (b) vorproduzierte Beiträge zu einem ‚Experimentalthema‘. Dieses wird in einem 2x2x2-Design mit folgenden Faktoren variiert:

  • Thementyp: eskalierende Krise vs. langfristiges Problem
  • Häufigkeit der Berichterstattung: tägliche vs. gelegentliche Berichterstattung über das Experimentalthema
  • Salienz der Berichterstattung: Experimentalthema überwiegend als Aufmacher vs. Experimentalthema überwiegend in Kurzberichten

Die Teilnehmer können die Nachrichten-Website am jeweiligen Tag besuchen, wann und von wo aus sie wollen (natürliche Rezeptionssituation); auch die Artikelauswahl bleibt ihnen überlassen (Selective Exposure). Zeitpunkt und Dauer der Nutzung sowie rezipierte Artikel werden in Logfiles gemessen. Alle drei Tage ist nach der Rezeption ein Onlinefragebogen zur persönlichen Themenagenda, zur Nutzung anderer Nachrichtenmedien sowie zu interpersonaler Kommunikation auszufüllen. In einem Vor- und Nachher-Fragebogen werden andere Agenda-Setting-Variablen erhoben.

Um die tatsächliche, allgemeine Medienagenda zu kontrollieren, die sich thematisch in der Experimental-Website wiederfindet und die Teilnehmer über andere Medien und interpersonale Kommunikation erreicht, erfolgt zusätzlich eine Inhaltsanalyse der bundesweiten Medienberichterstattung im Untersuchungszeitraum.